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"Zusammen sind wir mehr" - Protest gegen ein Nazifest

 

"Zusammen sind wir mehr“ - Protest gegen ein Nazifest

 

Politische Botschaften über Musik zu transportieren, ist keine neue Idee, auch in der rechten Szene nicht. „Du kennst meine Einstellung: manches gute Lied ist besser als ein gutes Flugblatt und erreicht mehr Herzen als man glaubt.“ Dieses Zitat stammt von Thorsten Heise, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD und Landesvorsitzenden der NPD Thüringen. Heise war Veranstalter des rechtsextremen „Schild und Schwert Festival“, welches in Ostritz am Wochenende vom 20. bis 22.04.2018 stattgefunden hat („zufällig“ fiel es auf Adolf Hitlers Geburtstag).

Die Bands, die dort spielten (z.B. „Kategorie C“, “Die Lunikoff Verschwörung“, „Oidoxie“ oder „Bataillon 500“) haben Verbindungen zur verbotenen rechtsextremen Blood&Honour-Bewegung. Den Texten der Bands Gewaltverherrlichung und Volksverhetzung vorzuwerfen, scheint zeitweise untertrieben.

Die geladene Kampfsportarena „Kampf der Nibelungen“ ist in erster Linie „von und für junge Deutsche“. Man misst sich aber auch gern mit den „weißen Brüdern“ aus anderen europäischen Ländern. Die Redner*innen im Politikforum gehörten selbstredend rechten Parteien und Organisationen an. Und auch für eine entsprechende rechtsextreme Shopping-Meile war gesorgt.

Veröffentlichte Besucher*innenzahlen des „SS“-Festivals schwankten zwischen 1.200 bis 1.500 Teilnehmer*innen. Lupenreine Demokrat*innen scheinen jedoch nicht dabei gewesen zu sein.

Die im Internet von verschiedenen Pressestellen veröffentlichten Bilder sprechen eine deutliche Sprache: Abgeklebte Tätowierungen verbergen verfassungswidrige Symbole, eindeutige Schriftzüge prangen auf der Kleidung und eine physiologische Störung, die den rechten Arm allzu schnell hochschnellen lässt, sind darauf zu sehen. Klar ist, das war ein Festival von und für Rassist*innen, Faschist*innen und Neonazis. So kam es zwangsläufig auch zu polizeilichen Maßnahmen, Beschlagnahmungen und Strafanzeigen.

Seit dem Bekanntwerden des „SS“-Festivals formierte sich aus verschiedenen Richtungen Protest. Die Einwohner*innen der Stadt Ostritz sowie lokale, regionale und überregionale Akteur*innen, Vereine, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften usw. hatten sich auf zwei große Veranstaltungen verständigt, um diesem Treiben etwas entgegenzusetzen: das „Friedensfest“ auf dem Ostritzer Markt und „Rechts rockt nicht“ auf der Lederwerkswiese. Beide Veranstaltungen begannen am Freitag, warteten mit einem bunten Programm auf (z.B. Konzerte, Theater, Informationen, Trommelei, Kinderspaß, Kulinarisches, Zirkus, Film, …) und kooperierten gut miteinander. Zwischen beiden Veranstaltungen gab es ein reges hin und her der Besucher*innen. Die Veranstaltungen setzten an diesem Wochenende ein Zeichen für ein friedliches Miteinander, Toleranz, Respekt und Weltoffenheit. Durch die verschiedenen Protestformen konnten zudem ganz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Eine Gesamtbesucher*innenzahl dieser beiden Veranstaltungen von 3.800 bis 4.000 Menschen zeigt, dass Neonazis in der Oberlausitz nicht unbeachtet und unbehelligt feiern können.

Der Jugendring Oberlausitz e.V. war an beiden Standorten mit Materialien und Angeboten vor Ort. Uns war es wichtig, sowohl als Dachverband für viele beteiligte Vereine und als landkreisweiter Akteur in verschiedenen Projekten beide Protestveranstaltungen zu unterstützen. Auch haben wir als Verein eine ganz klare Haltung gegenüber Fremdenhass, Diskriminierung und Intoleranz. Wir bedanken uns bei den Organisator*innen beider Veranstaltungen für die Möglichkeit der Teilnahme und bei allen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Wochenende als erfolgreich bewertet werden kann!

Gefreut hat uns zudem, dass unser neues durch Spenden finanziertes Zirkuszelt in Ostritz erstmals zum Einsatz kommen konnte.

 

Kontakt & weitere Informationen:

www.ostritzer-friedensfest.de

www.rechtsrocktnicht.org










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